Lepus Californian quo et statis ?

Eine Frage, die mir beim Lesen der Statistik des TGRDEU, abgedruckt in der neuen vorzüglichen Ausgabe der Kaninchenzeitung, im Bezug auf unsere Kalifornier Kaninchen ins Auge fiel.

Im ersten Moment sieht die Lage, zumindest bei den schwarz-weißen Kaliforniern, nicht so hoffnungslos aus. 2013 noch mit 96 Zuchten vertreten, konnte der Farbenschlag um 12 Zuchten auf 108 im Jahr 2015 zulegen. Das sieht natürlich erst einmal nicht besonders viel aus, aber für diese, zumindest in der Zucht selten vertretenen Rasse, ist das schon ein kleiner Lichtblick.

Es scheint leider so, dass das Kalifornier Kaninchen bei den Haltern mehr Liebhaber hat, als in der organisierten Zucht, die gute Wirtschaftlichkeit der Rasse scheint dafür ausschlaggebend zu sein. Der Züchter allerdings muss sich mit allerlei Unleidlichkeiten herumschlagen, dass liegt meiner Meinung nach nicht so sehr an den besonderen Rasseeigenschaften, die haben andere Rassen auch, sondern auch daran, dass mit dem „Kalli“ selten „ein Blumentopf“ zu gewinnen ist. Der direkte Vergleich bei lokalen Schauen mit anderen Züchtern der Rasse fehlt zumeist, so dass die Kalifornier oft wie Exoten bestaunt werden und alleine zwischen den Käfigen der stark vertretenen Rassen stehen. Auch kommt dazu, dass den Preisrichtern oftmals die Kenntnis über die Rasse fehlt und es kommt dadurch hin u. wieder zu nicht berechtigten Punktabzügen und somit zu schlechteren Bewertungen als die Tiere eigentlich sind.

Lediglich auf einigen großen Schauen, wie unsere letzte Bundesschau war der Kalifornier ordentlich vertreten, auf den Landeschauen sieht es sehr trübe aus. Nach meinem Kenntnisstand waren die Kalifornier in Brandenburg, Sachsen – Anhalt und natürlich in Sachsen, und hier mit fünf Zuchtgruppen, darunter sogar eine ZG der seltenen havanna, zu sehen.

Wünschenswert für die Zukunft wäre eine bessere Kommunikation der Züchter miteinander, zb. in einem Club, dass Verabreden zur Ausstellung auf lokaler Ebene, um einen direkten Vergleich über den jeweiligen Zuchtstand zu erreichen und die Möglichkeit, doch „mal einen Blumentopf zu gewinnen“. Auch hoffen wir, dass sich mehr Züchter unserer Rasse annehmen, um die Lücken zu schließen die alte Verdiente Züchter hinterlassen, wenn Sie aus Gesundheits- und Altersgründen die Zucht niederlegen oder verringern.

In diesem Sinn „Schmutznasen“ in die Ausstellungsfront !

Gut Zucht auch im Jahr 2018 !


Dass der Kalifornier keine leicht zu züchtende Rasse ist, zeigt allein schon die Tatsache, dass die Schaar der Idealisten, die sich dieser Rasse verschrieben haben, sehr überschaubar ist.

Selbst in Mitteldeutschland, einst das Hauptzuchtgebiet dieser Rasse, sind die Züchter rar geworden und manch ein Züchter anderer Rassen kennt die Tiere nur aus der Fachzeitschrift.

Die Frage nach schnellen Ausstellungserfolgen stellte sich für uns anfangs ja nicht und ist uns heute eigentlich auch nicht so wichtig. Allerdings verlieren wir nicht das Ziel aus den Augen, Kalifornier nach dem vorgegebenen Standard zu züchten, bzw. diesem möglichst nahe zu kommen. Klar, Mutter Natur pfeift einem oft was, so dass die Rückschläge nicht ausbleiben. Gerade die Farbe des Kaliforniers ist wohl sein größtes Problem, und wenn Züchter dunkle Läufe haben möchte, von schwarzen ganz zu träumen, wird er wohl in vielen Fällen einen Augenanflug in Kauf nehmen müssen, dass bringt die Genetik des Tieres mit sich.

Hat ein Tier als Jungtier kleine Ohren, so ist davon auszugehen, dass das Tier an sich eher klein bleibt und diesbezüglich mehr Farbe bringt. Nur erfüllt das Tier dann noch die Anforderungen an die Rasse oder ist es dann nicht eher ein großer Russe? Um das und andere Mängel „herauszumendeln“ ist es unumgänglich, sich mit der Genetik und den Erbgesetzen auseinanderzusetzen und darauf bezogen, eine gezielte Verpaarung vorzunehmen.

Auch sind wir der Meinung, dass die Farbe des Kaliforniers nicht allein von der Temperatur beeinflusst wird, sondern auch von den Haltungsverhältnissen und besonders auch vom Futter, das den Tieren gereicht wird.

Wir sind sehr bemüht, unseren Tieren die bestmöglichsten  Verhältnisse zu bieten und die Beschäftigung mit unseren "Schmutznasen" nimmt sehr viel Zeit in Anspruch. Wenn sich aber aus den angesetzten Würfen Tiere entwickeln die den Vorstellungen  zumindest annähernd entsprechen, zeigt das uns, dass  sich die Mühe gelohnt hat.